Montag, 1. April 2013

Gefühlskalt

Jetzt reicht's mir. Endgültig. 

Zumindest dachte mein Herz das irgendwann im Verlauf dieses Jahres. Ich fühle nichts mehr. Ich mutiere zu einer gefühlskalten Hülle. Ich wurde oft verletzt und jedes Mal schwor ich mir, dass ich mich nie wieder jemandem öffne. Dennoch tat ich es. Wieder wurde ich verletzt. Doch, nun kann ich nicht mehr aufmachen. Ich weiss nicht was los ist. 
Mir laufen zurzeit drei Herren, wie Hündchen hinterher. Ich entschuldige den Vergleich und weiss wie das klingt, aber alle drei mögen mich. Sehr. Ich schreibe mit allen dreien. Fühle aber bei keinem etwas. 
Ich versuche euch nun einmal ein Bild der drei Herren zu machen:

Numero 1:
Alter: 23
Blond, blaue Augen: Behandelt mich wie eine Frau und zeigt sein Interesse offenkundig, was mir sehr zusagt. Jedoch denke ich nicht, dass wir zusammenpassen, da ich 16 bin. Ich sehe vielleicht wie eine Frau aus, aber mein Verhalten könnte ihn möglicherweise nerven. Ausserdem wirkt er mehr wie ein Ich will nur Sex von dir Mann. Problemo: Ist Kumpel von Numero 2.

Numero 2:
Alter: 18
Braunhaarig, braune Augen: Grosses Plus: War mein Schulschwarm, als ich 11 war. Wir lernten uns in einer Bar kennen und fanden dann heraus, dass wir aus demselben Dorf kommen. Nachteil: Kifft. Wir haben uns am Freitag geküsst, jedoch weiss ich nicht, ob ich für ihn nur Spass bin. Sein grosses Plus macht es eben aus, dass ich ihn am meisten mag. Jedoch fühle ich nichts. Naja. Zumindest keine Schmetterlinge.

Numero 3: 
Alter: 16 (Oh ja, ich habe irgendwie jede Generation.)
Blond, braune Augen: Ist der Bruder von einer Freundin. Sie will uns schon seit längerer Zeit verkuppeln. Wir trafen uns noch nie, jedoch haben wir denselben Geschmack in Musik und Filmen. Bisher mag er mich, weiss aber nicht, wie es ist, wenn wir uns das erste Mal treffen. Deshalb: Hm. Unsicher.

Meine drei Hündchen. Sie würden alles für mich tun. Es ist ein verwirrendes Gefühl, dass mich soviele Herren auf einmal mögen. Ich fühle mich wie ein Flittchen, obwohl ich nichts Böses tue. 
Ein Problem habe ich jedoch: Solange ich nicht weiss, was irgendeine Nummer für mich empfindet, kann ich mich nicht öffnen. Ich kann es einfach nicht. Ich habe zu grosse Angst. Jedoch bin ich auch zu schüchtern um einfach zu fragen. Ich bin es nicht gewohnt, dass ich begehrt werde. Ich bin sonst immer die, die für jemanden schwärmt. Ich brauche Klarheit. Mit Numero 2 treffe ich mich vermutlich heute Abend. Ich weiss nicht, was ich tun soll. Ich mag die Aufmerksamkeit, jedoch will ich ihr nicht verfallen. Ausserdem will ich etwas empfinden. Ich will eine Beziehung, nicht Affäre nach Affäre. Das ist nichts für mich. Das können die Bitches übernehmen. 

So. Mein Dilemma. Ehrlich gesagt weiss ich nicht, wieso ich das aufgeschrieben habe. Vermutlich will ich mir selbst Klarheit schaffen. Ist nicht gerade gelungen. Ich bin immer noch verschlossen. Immer noch lasse ich keinen von den Dreien an mein Herz. Ich will nie wieder solche Angst haben, dass ich verletzt werde. Vor allem nicht, weil ich mich falsch entschieden habe. 

Oh Gott. Ich will kein Flittchen sein! 

Eure verunsicherte, T.

Dienstag, 15. Januar 2013

I've Got The Devil On My Shoulder!

Ich stritt heute Morgen, vor meinem Motorradunfall, vor der Schule, frisch nach den Albträumen, mit meiner Mutter. Wieso? Ich selbst begreife es auch erst jetzt. 
Ich habe sie zur Rede gestellt und ihr erklärt, dass ich ihren Freund nicht in unserem Haus akzeptieren kann. Er will den Platz meines Vaters zwar nicht einnehmen, dennoch tut er es. Ich erklärte ihr, wie sehr es mich jeden Morgen verletzt. Wie sehr es an meinen schwindenden Kräften zehrt. 
Unser Gespräch artete aus. Sie warf mir vor, dass ich ihn nur als Ausrede verwende, um sie zu hassen. Ich verstand nicht. Dann schrie sie mich an und sagte, dass sie mich doch schon lange verloren hat und nun Niemanden mehr hat. Auch jenes konnte ich nicht nachvollziehen, da ich doch immer da war. Mit aller Kraft, die ich hatte. 
Dennoch war das der Moment, in dem ich merkte, wie sehr ich meinen Vater vermisse. Ich habe nie meine gesamte Trauer rausgelassen. Ich fing an zu weinen. Seit langem konnte ich wieder weinen. Ich liess es  raus und begriff mit jeder Träne, dass mein Vater nie zurückkommen wird. Ich hatte immer das Wunschdenken, dass wenn ich am Morgen aufstehe mein Vater in der Küche sitzt und Kaffee trinkt. Ich würde mich mit einer Tasse heisser Schokolade zu ihm setzen und ihn fragen, wie es ihm denn geht. Wir würden reden, bis ich mich wieder sputen muss, damit ich den Bus nicht verpasse. 
Was mich jedoch jeden Morgen in der Küche erwartet ist ein alter Mann, der meinem Vater nicht im Geringsten gleicht. Er wechselt keinen Ton mit mir und raucht unsere ganze Küche zu. Am liebsten hat er es, wenn man ihn gar nicht anspricht. Der Partner meiner Mutter. An meines Vaters Platz. 
Jeden einzelnen Morgen schmerzt es. Jeden verdammten Morgen muss ich mir das antun. Das ist, als würde man auf seinen Geburtstag ein Stück Kohle bekommen. Dreckigschwarze Kohle. 
Alle Wünsche und Träume sind zerstört. Am liebsten will ich an solchen Tagen, an denen es mir wieder stärker bewusst wird, einfach nur zurück in mein Zimmer gehen, mich in meine Decke einkuscheln und weinen. Weinen, bis ich nicht mehr kann. Bis alle Tränen draussen sind und ich vollkommen ausgetrocknet bin. 
Aber ich kann nicht. Ich muss weitermachen. Meine Tagesstruktur einhalten und mit einem Grinsen auf dem Gesicht zur Bushaltestelle fahren. Mit einem Grinsen den Tag überleben und mit nassen Augen und einem erschöpften Körper die Nacht beginnen, in welcher ich auch kämpfen muss. Kämpfen mit meinen Albträumen, die nicht vergehen wollen, nicht verblassen. Jedes Mal gleich stark auf mich zu rasen und mir die Luft zum Atmen abschnüren. 
Ja, ich bin erschöpft. Sehr sogar. Ich bin kein Roboter, auch mir geht irgendwann einmal die Kraft aus. Und jener Zeitpunkt drückt sich immer mehr in die Nahe Zukunft. 
Ich fürchte mich jetzt schon vor dem Tag, an dem ich einfach nur zusammenklappe und eine leblose Hülle werde. Erschöpft. Müde. Traurig. Verletzt. 
Ich weiss nicht, ob mir jemand wieder auf die Beine helfen kann, sobald ich es aufgegeben habe zu kämpfen. 

Mit Tränen in den Augen, T. 

Montag, 14. Januar 2013

Wie nennt man das? Burnout?

Ich hoffe doch sehr, dass diese Phase zur Pubertät gehört und ich nicht vollkommen durchgeknallt bin. Wahrscheinlich bin ich wirklich durchgeknallt. Höchstwahrscheinlich. Also mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit. Ihr wisst was ich meine!
Auf jeden Fall fühle ich mich ein klitzekleinwenig gestresst. Nur gaaaanz wenig.
Ich muss zig Dinge auf einmal erledigen. Ich will gar nicht alles aufzählen.
Ausserdem fühle ich mich allein dabei. Verlassen. Meine Familie macht sich über meine Probleme lustig und meine Freunde? Naja. Irgendwie verliere ich den Glauben an jene.
"Ich werde immer für dich da sein. Ich werd dich nicht verlassen. Vertrau mir."
Kaum geht es mir schlechter redet er nicht mehr mit mir. So schnell kann's gehen. Es verletzt mich. Mehr als es sollte, weil ich einem Menschen wirklich einmal vertraut habe. Ich versuche wieder einmal meine Mauer zu errichten, aber mir fehlt die Kraft. Es tut einfach nur noch weh. Alles. Ich will das nicht.
Allein und verlassen. Wie die letzten vier Jahre. Ich sollte aufhören mein Vertrauen zu verschenken. Es schmerzt nur. Ich will mich verkriechen und weinen. Und dabei eigentlich in den Arm genommen werden, aber die einzigen, die immer für mich da sind, sind meine Albträume. Auf die ist Verlass.

Mit besten Grüssen, T.

Dienstag, 1. Januar 2013

Neues Jahr

Und da sind wir. In einem neuen Jahr. 
Ich sah schon die ersten 201<3 Kritzeleien. Ich sah schon Menschen im Zug kotzen und mir selbst mussten die Haare über einem Eimer zusammengehalten werden. Feuerwerke wurden gezündet. Ich sah auch schon Videos, in denen manch intelligenter Mensch sich eine Rakete in den Arsch geschoben hat. Ja. Ich hab dieses Jahr schon viel Mindfuck erlebt, obwohl es erst gerade begonnen hat. 
Viele von euch haben sich sicher Vorsätze gemacht, nicht? Ich rate euch eines. Sagt sie niemandem, denn wenn ihr es nicht schafft, ist die Erniedrigung nicht so gross. 
Ich zum Beispiel komme jedes Jahr wieder mit: Ich höre auf zu rauchen und treibe mehr Sport. 
Meine Freunde lachen mich inzwischen aus, wenn ich nur schon das Wort Sport in den Mund nehme. 
Das mit dem Rauchen habe ich auch nicht aufgegeben. Ich höre nicht auf, aber ich reduziere meinen Kippenkonsum. Das klappt eher. 
Wie auch immer. Von mir aus könnt ihr eure Vorsätze auch herum posaunen. Stört niemanden. 
Ich selbst habe mir dieses Jahr auch den einen oder anderen Vorsatz gemacht. Sobald ich etwas davon erreicht habe, seid ihr die Ersten, die es erfahren. 
Ich wünsche noch einen schönen letzten freien Abend. Oder eine freie Woche. Ob ihr arbeitet oder was auch immer. Auf jeden Fall: Geniesst es und freut euch, dass ihr wieder ein Jahr leben könnt. 

Hochachtungsvoll, T. 

Sonntag, 30. Dezember 2012

Silvester, Neujahr und wir sind alle ein Stück dümm-äh reifer geworden!

Hi. Wieso zum Teufel schreibe ich 'Hi'? Ich bin verrückt. Naja. Egal. Vergesst das alles. Sofort. Bitte. 
Ich fühle mich gerade gelangweilt und dachte: 'Hey, es gibt sicher Menschen, die Lust haben einen total langweiligen Blogeintrag von dir zu lesen!' Da du nun der Auserkorene oder von mir aus die Auserkorene bist, wirst du sicher sehr viel Spass haben. Oder auch nicht. 
Auf jeden Fall. Ich sollte es mir als Vorsatz für's neue Jahr nehmen, auf den Punkt zu kommen. Himmel! 
Was ich eigentlich mit diesem Eintrag bewirken wollte ist ein Jahresrückblick oder Neujahres Glückwunsch. However. Also. Eigentlich schreibe ich ihn gegen meine Langeweile, aber schieben wir das bei Seite. 
Dieses Jahr ist ziemlich viel gelaufen. Zumindest bei mir. Vielleicht hattet ihr ein total langweiliges Jahr. (Ich wechsel irgendwie immer zwischen 'ihr' und 'du'. Hm. Sei's drum.)
Ich hatte ein kleines Kofferleben. Von einem Ort zum nächsten gewechselt. 
Ich habe mich verliebt. Gleich zweimal. Aus beiden wurde nichts. Kein Weltuntergang. 
Ausserdem plante ich meine Zukunft. Eine Ausbildung als Informatikerin und unter der Woche lebe ich in einer WG. 
Alles passt soweit. Aber ich habe auch einen weiteren Menschen verloren. 
Nicolai. Mein kleiner Freund. Er war 14 und ist am 21.12.12 gestorben. Er war wie ein kleiner Bruder für mich. 
Aber ich will jetzt nicht melodramatisch werden. Jetzt müssen wir doch anstossen. Naja. Erst morgen, aber egal. 
Wir stossen alle an auf ein weiteres Jahr, dass an uns vorbei zog. Vorbei zog in einer Geschwindigkeit, dass wir erschrecken, sobald wir auf das Datum blicken. Viele Fehler wurden begangen. Menschen wurden verletzt, manche fanden ihr Glück und einige gingen von uns. Für manche war es aber auch nur wieder ein Jahr, wie jedes andere. Diese Routinemenschen, die ihr leben eigentlich gar nicht geniessen, aber es sich und den Menschen um sich so lange einreden, bis alle es glauben. 
Ja. Dieses Jahr. Eigentlich hätten wir alle sterben sollen. Und jetzt reissen wir schon wieder Witze drüber, obwohl das Leben sehr kurz ist. Vielleicht lachst du und postet was dazu auf Facebook und wirst in diesem Augenblick von einem Auto angefahren. Sehr unwahrscheinlich, aber hey! Alles ist möglich. 
Ich schweife ab. Eigentlich will ich euch allen nur ein schönes neues Jahr wünschen, in dem ihr euch Vorsätze macht, die ihr auch im nächsten nicht erfüllen werdet. Oder vielleicht doch?
Sauft euch schön die Hucke voll an Silvester und feiert auf alles, was euch lieb ist. 

Ich verabschiede mich nun schon mal am 30.12. vom Jahr 2012, denn was kann schon bis morgen Nacht schief gehen? Vieles, aber seien wir einmal optimistisch. 

Mit einem tiefen Knicks, T.